Dokumentarfilm, HD, stereo, farbe, 52 min.

Bombenjäger

Fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg lauern immer noch schätzungsweise 300 Bomben unter dem Pflaster von Oranienburg. Von ihrer unheilvollen Kraft haben sie nichts verloren. Keiner weiß, wo sie liegen. Sie können jederzeit in die Luft gehen. Die Stadt läuft mit der Zeit um die Wette auf der Suche nach den Blindgängern. Die meisten von ihnen sind zu stark beschädigt, um sie noch zu entschärfen – sogenannte “kontrollierte Sprengungen” sind die Folge.

Im November 2013 verlor der pensionierte Taxifahrer Gunthart „Paule“ Dietrich bei einer solchen kontrollierten Sprengung einer amerikanischen 500 Kilo-Bombe sein Haus. Seine Geschichte beherrschte die Nachrichtensendungen und die Titelseiten der lokalen Boulevardblätter: die verzweifelte Situation in Oranienburg hatte nun ein Gesicht. Der 12 Meter breite und 6 Meter tiefe Krater, der sich an der Stelle auftut, wo Paules Haus gestanden hatte, wurde zu einer makabren Touristenattraktion und einer schmerzhaften Mahnung an Deutschlands dunkelste Zeit.

Hans-Joachim Laesicke ist der Bürgermeister von Oranienburg. Er sieht es als seine Mission an, seine Stadt von der Bombenlast zu befreien, bevor noch mehr Zerstörung angerichtet wird. Es ist ein schwerer Kampf. Die Bundesregierung ignoriert seit Jahren die Bitten um Unterstützung und die Kosten für die Suche und Bergung der Bomben belasten den ohnehin angespannten Haushalt der kleinen Stadt empfindlich, denn nach Blindgängern zu suchen und diese prophylaktisch zu entfernen, geht zu Kosten der Stadt.

Dem Bürgermeister zur Seite steht ein unerschrockenes Trio von Bombenräumexperten, das nicht minder entschlossen ist, den Boden Oranienburgs ein für alle Mal sicher zu machen. Mit Jahrzehnte langer Arbeitserfahrung und mehr als 500 Entschärfungen und Sprengungen sind die drei Männer – Horst Reinhardt, Heino Borchert und André Müller – die angesehenen Helden der Stadt, die sich um die Schmutzarbeit kümmern.

Die Experten zeigen uns die Methoden, die sie einsetzen, um Bomben zu lokalisieren und zu neutralisieren. Ein langwieriges und gefährliches Unterfangen. Der Film nimmt uns mit auf eine Reise durch die Stadt, wo blaue Rohre im Bürgersteig davon künden, dass magnetische Messungen durchgeführt werden – und vielleicht bald wieder eine Bombe gefunden wird…

Wir folgen Paule Dietrich und wie er mit dem Verlust seines Eigenheimes umgeht. Und wir folgen Bürgermeister Laesickes ruheloser Lobbyarbeit um die Bombensuche zu beschleunigen und effektiver zu gestalten. Währenddessen tickt die Uhr. Wann wird die nächste Bombe explodieren?

5 März 2015 Oranienburg, Deutschland
Premiere im Filmpalast Oranienburg. Vorführung um 20.00 gefolgt von einer Diskussion mit Regisseur Rick Minnich, Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, dem ehemaligen Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg Horst Reinhardt, und andere Gäste. Der Eintritt ist kostenlos. Karten können im Kino unter der folgenden Nummer reserviert werden: +49-3301 70 48 28.

5 Dezember 2017 Wheeling, West Virginia, USA
Rick zeigt BOMBENJÄGER und diskutiert den Film um 19.00 in der Ohio County Public Library. Die Veranstaltung ist Eintritt frei und findet in Zusammenarbeit mit Ohio Valley P.E.A.C.E. statt. Kostenlose Getränke und Snacks werden angeboten.

10.3.2015 RBB (Deutschland)
31.07.2015 Phönix (Deutschland)
01.08.2015 Phönix (Deutschland)

Buch und Regie: Rick Minnich
Kamera: Robert Staffl, Rick Minnich
Zusätzliche Camera:  Malachi Rempen, Ben Jones
Steadicam: William Lundahl
Ton: César Hernández, Giovanni Zaninotto
Tonzusatz: Tsvetelina Valkova, Ewan Dryburgh
Tonmischung: Titus Maderlechner
Schnitt: Robin Lach
Farbmischung: Thomas Zipf, twopost production
Komponist: Michael Mühlhaus
Produktion: Stefan Kloos (Kloos & Co. Medien GmbH, Berlin), Rick Minnich
Produktionsleitung:  Loraine Blumenthal
Produktionsleitung (RBB): Rainer Baumert
Redaktionsleitung (RBB): Gabriele Conrad
Rechercheförderung: DEFA-Stiftung
Fiscal Sponsor: From the Heart Productions