Kurzfilm, 16mm, mono, farbe, 24 min.

Das Buch der Lenins

Angetrieben von seinem eifrigen Verleger durchzieht ein amerikanischer Fotograf die Welt auf der Suche nach den letzten verbliebenen Leninstatuen. Doch worauf er stößt, ist nicht genau das, woran sein Auftraggeber denkt. Ein ironischer Blick auf Osteuropa in der Zeit nach dem Kalten Krieg.

Statement des Filmemachers:

DAS BUCH DER LENINS dokumentiert meinen Versuch, ein Buch über Lenindenkmäler zu machen – ein Projekt, das mit einer Fotoserie von meiner ersten Reise in die UdSSR 1989 begann – mehrere Jahre bevor ich auf die Idee kam, einen Film über meine Leninodysee zu drehen. In diesem Film montiere ich auf ungewöhnliche Weise Archiv- und Originalfotos mit Realeinstellungen, um sowohl die Reise, die vor dem Film begann, als auch die Filmreise selbst zu dokumentieren. Den Höhepunkt bildet die Ausgrabung des Restes des 19 Meter langen Lenindenkmals, das bis 1992 in Berlin-Friedrichshain stand und auf Anweisung des Berliner Senats im Wald im Ostberliner Müggelheim vergraben wurde.
Ich hoffe, daß meine leichte amerikanische Herangehensweise an ein ernstes historisches Thema den Film sowohl für ein Publikum im Osten als auch Westen zugänglich macht.

• 2. Preis “Baltic Herring,” Blue Sea Film Festival, Rauma, Finnland, 1997
• Preis der Jury, Cinarchea Internationales Archäologie-Film-Festival, Kiel, 1998

“Witz und ein offenes Auge für die Veränderungen der Gegenwart mischen sich in Rick Minnichs Studentenfilm “The Book of Lenins”. Der Kalifornier, der in Babelsberg studiert, erzählt in selbstironischer Weise von seiner Suche nach Lenindenkmalen für eine amerikanische Illustrierte. Als Höhepunkt gelingt es ihm, den Kopf der Statue zu finden, die einst den einstigen Leninplatz in Berlin schmückte. Seine augenzwinkernde Wanderung zwischen den Welten machte Vergnügen.”
F.B. Habel, “Vierter Europäischer Salon für Liebhaber des Jungen Films” in Film und  Fernsehen, Potsdam, 1996.

“‘Das Buch Lenins’ von Rick Minnich, (Deutschland/USA 1996) ist ein humorvoller Versuch, sich als Außenstehender kommunistischer Geschichte zu nähern. Als in Berlin lebender Amerikaner war Rick Minnich praktisch Augenzeuge, wie mit jedem Tag Zeichen, Monumente und Hinweise auf die sozialistische Vergangenheit verschwanden. In seinem Film wird ein Fotograf beauftragt, die letzten Leninstatuen dieser Welt zu finden. Mit Humor und Sarkasmus nimmt der Filmemacher die Schnellebigkeit der Medienwelt auf die Schippe, und zeigt, daß sich irgendwann alles vermarkten läßt.”
Nordkurier, Neubrandenburg, 18.10.96

“Rick Minnichs ‘The Book of Lenins’ ist ein kleiner Tagebuchfilm, der auf einem archäologischen Filmfest in Dänemark preisgekrönt wurde. Minnich erzählt sehr angenehm lakonisch von einer Reise nach Moskau 89, bei der er angefangen hatte Lenindenkmäler zu fotografieren. Zurück in New York ist Harold, der sich für seinen Manager hält, ganz begeistert von den Bildern und vermittelt ein Lenindenkmalfoto-Buchprojekt mit Vorschuß.
Damit fährt Minnich in die große Sowjetunion und fotografiert da und dort und recherchiert auch einem der schönsten Lenindenkmäler hinterher, das damals noch am Berliner Leninplatz stand und aus revanchistischen Gründen 1991 — gegen den Willen der Massen! — abgerissen wurde. Ob Lenin, der fast hundert Meter groß war, immer noch am Stadtrand vergraben liegt, war auf die Schnelle nicht rauszukriegen.”
Detlef Kuhlbrodt, “An Gott glauben und auf Jesus setzen! Von guten und schlechten Jungs: Zwei Filme des ‘Berlin’-Amerikaners Rick Minnich, die tageszeitung, Berlin, 8.12.98

• Europäischer Salon für Liebhaber des jungen Films, Potsdam, 1996
• Cinema Jove, Festival Internacional de Cine, Valencia, Spanien, 1996
• FilmVideo 96, 47th Mostra Internazionale di Montecatini Terme, Italien, 1996
• 25. International Film Festival, Figueira da Foz, Portugal, 1996
• Sao Paolo International Film Festival, Brasilien, 1996
• dokumentART, Neubrandenburg, 1996
• 39. Internationales Leipziger Festival für  Dokumentar- und Animationsfilm, 1996
• Certamen International de cine documental y cortometraje de Bilbao, Spanien, 1996
• 20. Internationale Grenzland-Filmtage, Selb, 1997
• FAK 97 International Student Film Festival, Wien, 1997
• Festival of Non-Professional Films, Kelibia, Tunesien, 1997
• Blue Sea Film Festival, Rauma, Finnland, 1997
• Filmzwerge, Münster, 1997
• Cinarchea Internationales Archäologie-Film-Festival, Kiel, 1998
11. Rassegna Internazionale del Cinema Archeologico, Rovereto, Italien, 2000

• Nachlese dokumentART 96: Filmtournee durch Mecklenburg-Vorpommern. Aufführungen in Waren, Lenzen, Stralsund, Bröllin, Rostock, Güstrow, Schwerin. März 1997.
• REN TV, Moskau, 28. Oktober 1997
• SFB, Deutschland, 26. August 2000 (Teil des blick.berlin.dok Programms)
• Phönix, Deutschland, 25. Dezember 2000 (Teil des blick.berlin.dok Programms)

Buch, Regie, Prokution: Rick Minnich
Kamera: Axel Schneppat
Ton/Tonmischung: Christian Eulitz
Schnitt: Markus Schmidt
Musik: Fernando Ariani
Darsteller: Rick Minnich, Roy Brown, Andreas Kämper